Max Planck
Sicherlich würde man heute eine Biographie über Max Planck anders schreiben. Man würde den Hinweis darauf, wie stark Planck den »Reichskanzler der Physik« Hermann von Helmholtz verehrte, mit noch größerem zeitlichen Abstand einordnen müssen, als dies bereits Armin Hermann vor gut fünfzig Jahren tat. Viel Antiquiertes läßt sich zwangsläufig in einer Biograhie finden, die 1973 erschien. Umso mehr mag es lohnen, nach dem zu fragen, was noch heute erstaunt oder fasziniert.
Gelesen habe ich das Buch im Kontext des Forschungsprojekts »Plancks Hexadekachor«. Ich versprach mir Hinweise darauf, warum sich Planck über mehr als vier Jahre mit einem einzigen Problem beschäftigte; mit einer Frage, die bekanntermaßen im Herbst 1900 zur Entdeckung der Quantenphysik führte. Als Planck 1889 an die Berliner Universität berufen wurde, trat er sogleich in die Physikalische Gesellschaft ein. Dort wurde intensiv diskutiert, was zwei Jahre zuvor auch zur Gründung der Physikalisch-Technische Reichsanstalt in Berlin-Charlottenburg geführt hatte: Läßt sich ein Normal zur Beurteilung von Lichtstärke finden? Hintergrund war ein erbitterter weil ökonomisch extrem wertvoller Streit zwischen Befürwortern des hergebrachten Gaslichtes und Befürwortern des neuen elektrischen Lichtes. Das Problem des »Schwarzen Strahler« war also keinesfalls eine rein akademische Frage. Vielmehr gibt es eine tiefe kulturhistorische Verwurzung der Quantenmechanik in der Urbanisierung bzw. Wechselwirkung von Beleuchtungstechnologien und Stadtentwicklung.